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Einsingen / Aufwärmen der Stimme

Einleitung


Als ich die spannende Aufgabe bekam, für euch einen Online-Workshop über Einsingen zu schreiben, sah ich in meinen Gedanken eine detaillierte Anleitung, um ein zweistündiges Konzert bravourös zu meistern.

Und wer würde sich da nicht besser auskennen als ein erfolgreicher Künstler?
Also fing ich an, bekannte deutsche Künstler diesbezüglich zu interviewen und Tipps und Tricks aus ihnen rauszuquetschen. Das Ergebnis dieser Befragungen war: Es gibt keine goldene Regel, wie und wann man sich einsingen sollte.
Deshalb setze ich keine Richtlinien auf, sondern versorge euch mit einigen wirkungsvollen und spaßigen Übungen, die ihr nach Lust und Laune kombinieren könnt.

Zuerst aber etwas grundsätzliches über das Einsingen.
Einsingen, also sein Stimme aufwärmen, ist sehr wichtig. Nicht umsonst weist fast jeder Gesangslehrer auf den Vergleich mit einem Hochleistungssportler hin. Wenn ein Hochleistungssportler einen 1.000 m Lauf vor sich hat, muss er sich vorher aufwärmen, ansonsten läuft er Gefahr, seine Muskeln durch die plötzliche Anstrengung über zu strapazieren.
Singen ist auch Hochleistungssport. Unser Körper ist unser Instrument. Sämtliche Funktionen in ihm müssen einwandfrei laufen, damit wir freie und ökonomische Töne singen können. Die beiden Muskeln, die die Töne produzieren, werden Stimmlippen genannt (auch bekannt als Stimmbänder) und sitzen im Kehlkopf horizontal der Luftröhre auf. Diese kleinen Muskeln sollten auf große Anstrengungen, wie z. B. ein Konzert, vorbereitet werden.

Warum?
Bei einem Konzert ist man meistens aufgeregt. Wenn man aufgeregt ist wird die Atmung flach. Wenn man nicht genügend Luft zur Verfügung hat, fängt man an die wenige Luft raus zu pressen um einen Ton zu erzeugen. Statt als Tonerzeuger zu fungieren, müssen die Stimmlippen als Ventil gegen die raus strömende Luft arbeiten und dadurch können sie Schaden nehmen. Außerdem gibt man auf der Bühne natürlich sein Bestes. Durch den Adrenalinrausch geht man an seine Grenzen und die Stimmlippen müssen plötzlich Höchstleistung bringen.

Wenn die Stimme vorher nicht aufgewärmt wurde, ist das Risiko der Heiserkeit bis hin zu permanenten Schäden an den Stimmlippen sehr groß. Trotzdem bestätigt die Ausnahme die Regel: Wer diese Fehler nicht macht und ein geübter Sänger ist, kann auch ohne großartiges Aufwärmen ein tolles Konzert ohne Reue geben. Um dies zu belegen, schauen wir uns ein paar unterschiedliche Musikstile an, wie sie es mit dem Einsingen halten...

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